Bergzeit Kletterteam

Klettern – inspired by nature

Daheim bleiben lohnt sich: Rotpunkt 8b+, flash 8b, onsight 8a

Am Beginn der Faschingsferien hatte ich Frust: kein Kletterurlaub, nix Arco, Tessin, Fontainbleau. Jetzt, am Ende dieser Woche, erweist sich das Daheimbleiben als Glücksfall, nachdem das Wetter und damit die Conditions optimal waren und auch andere nicht ins Ausland geflüchtet sind. Es waren sechs spitzenmäßige Klettertage, denn…

  • Peter (Naumann) hatte trotz Baby Zeit – wir packten voll motiviert wie in alten Zeiten in Achleiten an
  • Es klappte mit einem Treffen mit Chri und Alfons zum Bouldern in Ginzling  (s. Bericht)
  • Sepp und Simon vom Tölzer Stützpunkt waren trotz Lernstress an der Bergstation im Zillertal bzw. an der Rockywand dabei
  • Sogar Flo Behnke ist aus der Lehrer- und Bergführerausbildungs-Senke wiederauferstanden und fuhr mit mir an die Geisterschmiedwand bei Kufstein
  • Dazu kommt: wenig Leute an den Wänden – die waren wohl alle da, wo ich ursprünglich auch gern hinwollte…
  • All das ergibt: meine erste 8b flash (plus eine 8a im selben Stil), weitere zwei 8b+ und noch ein paar französische 8er…

Am Wochenende vor den Ferien konnte ich in Achleiten schon mal “Space Hopper” (8a+) punkten. Außerdem kletterte ich “Gelbsucht” (8a) und “Kuahtuttnblues” (7c) onsight – auf jeden Fall ein guter Vorgeschmack auf die Ferien…

Gleich am ersten Ferientag startete ich mit Bäda in aller Frühe vor dem Urlauberstau nach Achleiten… Nach ein paar Bouldersessions in den ganz neuen – und sauschweren – Sachen am Panoramawandl (“Split Line” und die Tour links vom “Rauchopfer”) biss endlich eine Route an: “Tyrolean Style” (8a+), die in ihrer Art von Kletterei (technisch anspruchsvolles, aber dennoch sehr kräftiges Plattengeschiebe an meist sehr flachen rauhen Griffen) kaum zu übertreffen ist!

Über die Bouldersession mit Chri und Fonsi am Tag darauf hab ich schon im Bergzeit-Blog geschrieben.

Schon zwei Tage später, am Faschingsdienstag, fiel dann mit “Remigius” eine  8b+. Dabei war wieder der Bäda. Fotos hab ich leider keine (beim zu-zweit-Klettern immer etwas problematisch).

Am Donnerstag war mal wieder Sportklettern mit Bäda, Sepp (Mangold)  und Simon (Müller)  an der Bergstation im Zillertal angesagt. Simon lässt die vorhergegangene Kletterpause kalt… Ganz der Alte, flasht er erstmal “Chef Gontier” (7a+) und zieht später “Slop Hop” (7b). Und wie immer ist eine kräftige Portion Lenggrieser Urschmalz erfolgsbestimmend (und sechs Leberkassemmeln;)). Zusammen mit Bäda geht’s der einzigartigen 7c+ “Traba Lingua” an den Kragen. Gleich im zweiten Versuch sind wir die Tour geklettert – und schee wars!  :-)

Bergstation unten

Bäda in "Traba Lingua" (7c+) an der Bergstation im Zillertal

Am Freitag Abend meldete sich Flo per SMS bei mir, am Tag drauf kämpften wir uns – leider etwas zu spät aufgestanden – durch den üblichen Skifahrerstau gen Kufstein an die Geisterschmiedwand – für mich absolutes Neuland, das ich sicher nicht zum letzten Mal besucht habe. Flo klettert erst wieder seit drei Wochen, ist aber durchs Eisklettern und die Skitouren während seiner Bergführerausbildung topfit. Er bouldert “Rose der Zeit” (8b) aus und ein paar nette Locals sagen mir “Kalypso” (8a) an – dank dieser Vorarbeit kann ich beide Touren flashen. Merci!

Den letzten Ferientag am Schreibtisch verbringen, wenn in Kochel der Föhnsturm tobt – das wäre Frust pur. Also starteten Simon und ich noch mittags zur Rockywand. Dort hatte es mit 15 °C und 20 % Luftfeuchtigkeit optimale Conditions, um eeeennnndlllich die “(Wo die) Wildesten Kerle (wohnen)”  (8b+) durchzusteigen, ein Projekt, für die im letzten Jahr weder die Zeit noch die Sonnentage reichten. Beim Abstieg trafen wir noch auf einen völlig furchtlosen Sperlingskauz, der sich auf einem Ast zwei Meter vor uns auch vom Blitzlicht nicht verscheuchen ließ. Es ist nicht das erste Mal, dass ich beim Klettern auf  kontaktfreudige Eulen treffe – vom riesigen Uhu über den Waldkauz bis zum winzigen Sperlingskauz. An dieser Stelle noch einmal der Apell, die Kienstein-Nordwand und am besten auch die Panoramawand nicht zu betreten, weil dort momentan Uhus balzen und brüten!

Sperlingskauz

Apropos: Entwarnung für Eulen und Kletterer an der Rockywand

Noch eine Info zur dortigen Abholzaktion: Ich habe mit dem zuständigen Revierförster gesprochen. Es handelt sich um eine Durchforstungsmaßnahme, bei der ein lichter Baumbestand und insbesondere alte Buchen mit Bruthöhlen (Biotopbäume) erhalten bleiben. Diese, mit einer aufgesprühten Wellenlinie markierten Bäume stehen auch vor der Rockywand. Für Beschattung ist somit weiterhin gesorgt.

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