Grifftechnik bei Leisten, Löchern, Slopern & Co

Von Henkeln (wie im Dach der Tölzer Kletterhalle), winzigen Leisten (wie in Kochel), über Löcher  (in der Fränkischen) bis hin zu Slopern (in Fountainbleau) – am Fels und in der Halle ist eine Vielfalt an Griffen geboten, die das Klettern erst zu einem abwechslungsreichen und interessanten Sport macht. Um das Angebot nutzen zu können, will das korrekte Halten jedoch gelernt sein. Hier die häufigsten Griffvarianten:

1. Leisten – mit Fingerspitzengefühl

Leisten kommen im Kalk und Granit am häufigsten vor. Es gibt mehrere Möglichkeiten, sie zu greifen:

  • Hängende Finger: die fingerschonendste Art des Greifens. Sie bietet sich bei größeren Leisten an.
Hängende Finger bei Leisten

Hängende Finger bei Leisten

  • Aufgestellte Finger: macht man eigentlich automatisch. Die häufigste Art, kleine Vorsprünge zu halten (Verletzungsgefahr, deshalb gut aufwärmen)
Aufgestelllte Finger

Aufgestelllte Finger

  • Aufstellen mit Daumen darüber:  Der Daumen drückt zusätzlich auf den Zeigefinger, um dessen Haltekraft zu verstärken.
Aufstellen und Daumen drauf

Aufstellen und Daumen drauf...

  • Aufstellen mit Daumen darunter: besonders zum Rasten an Leisten geeignet. Durch den Daumen werden die restlichen Finger entlastet.
...und Daumen drunter

...und Daumen drunter

2. Sloper – eine runde Sache

Sloper sind v.a. im Sandstein und Granit anzutreffen. Sie erfordern viel Feingefühl beim Greifen und Verlagern des Körperschwerpunkts.

  • Hängende Finger: Diese Art des Greifens bietet sich bei fast allen Slopern an.
Sloper, hängend gehalten

Sloper, hängend gehalten

  • Aufgestellte Finger: Vorteilhaft, wenn der Sloper kleine Kanten oder Vertiefungen aufweist (s. Leisten).

3. Löcher – eine schmerzhafte Erfahrung

Typisch für Kalkwände, die durch Wassererosion zerfressen sind.

  • Einfingerloch: Gefürchtet und berüchtigt, da es Ringbänder und Kapseln stark belastet, daher eher zu vermeiden. Am besten den Mittelfinger verwenden.
Aua!

Aua!

  • Zweifingerloch: Der Klassiker unter den Löchern. Das Zweifingerloch kann mit hängenden oder aufgestellten Fingern gehalten werden (Mittel- und Ringfinger)
Zweifingerloch hängend

Zweifingerloch hängend

  • Dreifingerloch: Oft können Zweifingerlöcher “gebündelt” mit drei Fingern gehalten werden. Vorteil: Die Ringbänder werden entlastet, wenn die Finger im Loch klemmen.
Gebündeltes Zweifingerloch

Gebündeltes Zweifingerloch

  • Bierhenkel (leider ohne Bild): Die angenehmste Lochart: Das Erreichen eines Riesenloches für die ganze Hand oder auch zwei Hände sorgt in einer schwierigen Route schnell wieder für den nötigen Optimismus und für Gelegenheit zum Schütteln. Aus eigener Erfahrung: An den Teilen kann man bis zu einer halben Stunde rasten (Danke lieber Sicherer :-) !!!)

4. Zangengriffe- zuzwicken!

  • Zangengriffe sind sehr vielfältig, allgemein sind Zangen Griffe, die durch den Daumen zusätzlich stabilisiert werden.
Der Daumen und die restlichen Finger pressen gegeneinander

Der Daumen und die restlichen Finger pressen gegeneinander

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