Klettern im Val di Mello – Piedi di Piombo (7SL, 6c+)

“Füße aus Blei”, so könnte man den Routennamen ins Deutsche übersetzen. Warum der Name? Vielleicht weil es auf den steilen, glatten Platten recht schwierig ist den einen Fuß vor den anderen zu setzen. Die Griffe und Tritte sind  so winzig, dass man oft mit dem wegrutschen kämpfen muss. Aber nicht nur Platten gibt es in dieser Route, sondern auch wunderschöne Piazschuppen. Besonders beeindruckend ist die fast cleane 40m Dachverschneidung in der 2. Seillänge.

Die Absicherung ist minimalistisch. Da wo Friends gelegt werden können, wurden keine Bohrhaken gesetzt. In den kniffligen Platten finden sich teilweise weite Hakenabstände. Wirklich gefährlich ist es aber an keiner Stelle.

Diesmal gehts nicht oben durch den Asteroidi, sondern unten durch die auf diesem Foto wenig eindrucksvollen, schattigen Platten

Bene in der 2. SL, eine fast cleane 6c+ die an Slopern und Untergriffen durch eine 40m lange Dachverschneidung zieht. Sau stark gemacht!

3. SL (6a), ab jetzt sind die Reibungwerte der Five Ten Schuhe gefordert

 

 

In der 4. SL einer ziemlich anspruchsvollen 6b Platte

 

immer kurz vorm wegrutschen

endlich ein Schuppe, schluss mit Plattengerutsche!

 

Weiter gehts wieder mit einer richtig coolen Schuppe (5.SL, 6a)

In der gibts im Gegensatz zu den Plattenlängen aber keine Bohrhaken. 2 mal verschwindet die Schuppe für ca. 1,5m. Das war im Vorstieg recht spannend.

 

Die Absicherung mit mittleren Friends ist immerhin sehr gut.

 

In der bockharten 6. Länge(6a+). Hier wären wir fast umgekehrt. Zu Beginn geht es sehr wackelig über eine steile Platte zum 5m entfernten Bohrhaken über diesem muss man richtig Gas geben. An den großen Schuppe wirds dann wieder leichter.

 

nach der Schuppe noch ein paar Meter in einer strukturierten Platte, dann kommt der Stand.

Bene in der 6. Länge, die war neben der 6c+ Länge am Anfang die psychisch und physisch anspruchsvollste der Route

 

Die 7. und damit letzte Länge ist eine 6a+Platte mit 2 Bohrhaken auf 30m und keiner zusätzlichen Absicherungsmöglichkeit. Nach dem ersten Bohrhaken quere ich nach links in leichtes Gelände. Mir langts…

 

Alles in allem war die Piedi di Piombo die anspruchsvollste Route die wir im Val di Mello gemacht haben. Die Platten sind gewöhnungsbedürftig, aber sehr beeindruckend. Wer sich ein bisschen an die Kletterei in Mello angepasst und einigermaßen gute Nerven hat, sollte diese Route unbedingt klettern.

 

Facts:

- eine der ersten Bohrhaken Routen in Mello (saniert)

- 240m, 7SL, 6c+

- Material: ein Satz Cams von 0,4-4, ein Satz Keile, 14 Exen, 50m Doppelseil

- Zustieg: wie Oceano Irrazionale aber vor den grasigen Platten rechts abbiegen

-Abstieg: Abseilen über die Route. Alle Abseilstände sind mit Ringhaken ausgerüstet. Stände ohne Ringhaken auslassen!

 

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