Klettern in den “Red Rocks”

Nach dem Yosemite sind die Red Rocks das zweite Ziel unserer Amerikareise. Sie liegen nur eine 10 minütige Autofahrt von Las Vegas entfernt und sind mitten in der Wüste. Hier kann man nicht nur hervorragend Tradklettern sondern auch Sportklettern und etwas Bouldern.

Der Fels besteht aus Sandstein, welcher teilweise dunkelrot, oft aber auch gelb-grau ist. Man klettert in senkrechtem bis leicht überhängenden Gelände sowohl an Leisten, als auch an großen Henkeln, den sogenannten Huecos, die sehr eindrucksvolle Formen haben können. Anders als bei den Tradrouten sind die Routen in den Sportklettersektoren oft sehr kurz (10m-20m). Einzig an der Stratocasterwall gibt es Routen mit bis zu 35m Länge.

Kelly klettert an riesigen Huecos

Wir konzentrieren uns in den Red Rocks auf das Sportklettern und finden eine Vielzahl von schönen Routen im achten und neunten Schwierigkeitsgrad. Aber auch Kletterer die sich im 6. und 7. Schwierigkeitsgrad wohlfühlen, kommen in den Red Rocks auf ihre Kosten. Nur wer schwerer als 10- Klettern möchte, der muss an einen anderen Ort fahren.

Auch einige alpine Mehrseillängenrouten haben wir gemacht. So zum Beispiel “Levitation 21 (8-)” oder “Fiddler on the Roof”(7+). Hier muss man allerdings aufpassen, denn oft finden sich Wandklettereien vor, die selbst nicht abzusichern sind und nur sparsam geboltet sind.  So ergeben sich immer wieder weite Runouts und man sollte den Schwierigkeitsgrad deshalb sicher klettern können.

Krissi in “Fiddler on the Roof”

Nach Regenfällen muss man sowohl mit dem Sport- als auch Alpinklettern eine Pause einlegen. Der durchnässte Sandstein wird sehr weich. Somit sind Friends und Klemmkeile keine sicheren Fixpunkte mehr und auch den Bohrhaken kann man nicht mehr 100 % vertrauen. Viele Routen mussten bereits einige ihrer Griffe “abgeben”, da Kletterer nach Regen nicht lange genug gewartet haben.

Glücklicherweise hat es in den ganzen 5 Wochen die wir in den Red Rocks verbracht haben nur 3 Tage geregnet(kein Wunder, es liegt ja auch in der Wüste…). Aber auch für diese Tage gibt es etwas zu tun. So muss man das nur 10 min entfernte Vegas mit seinen Casinos, Shows und “All-You-Can-Eat” Restaurants:-) einmal gesehen haben. Zudem soll es irgendwo heiße Quellen geben, die wir aber leider nicht gefunden haben.

Schlafen kann man entweder auf dem Campingplatz für 15$ pro Site ( das haben wir gemacht) oder man mietet sich in Vegas ein Hotelzimmer, was erstaunlich billig sein soll. Duschen kann man in der Kletterhalle von Vegas für 4$ (ziemlich abgefuckt und staubig, aber trotzdem 15$ Eintrittspreis!!!). Der Jahrespass für den Red Rocks National Park kostet  ca. 20$ pro Auto. Ungünstig ist, dass man je nach Jahreszeit um 5, 6 oder 7 Uhr schon aus dem Park her raus sein muss, um keine Strafe zu bekommen. Wenn man längere alpine Sachen macht, kann man allerdings eine Verlängerung der Zeit beantragen.

Fazit: Wer für eine Reise nach Amerika macht, sollte auf jeden Fall einmal in den Red Rocks vorbei schauen. Nicht um sonst haben wir ein Drittel unserer 3-monatigen Reise dort verbracht.

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