Mandelentzündung in Ceüse
“Mandelentzündung”, kommentiert Dr. F. Behnke den Gesundheitszustand vom Jonas am dritten Klettertag. Und weiter: “Ich spür’s auch schon bei mir…” So fing mein erster Kletterurlaub in Ceüse an…
Am ersten Tag war alles noch ganz normal: Wir fahren um 5 Uhr morgens in Tölz los und sind nach 12 Stunden am Zeltplatz. Kaum sind wir da, fängt es an zu regnen. Viele denken jetzt wahrscheinlich, Ceüse ist eh so überhängend, da wird kein Meter nass. Leider, leider falsch: Der mehrere Kilometer lange Felsriegel ist größtenteils senkrecht oder nur ganz leicht überhängend (Dächer gibts nur eine Hand voll). Deshalb ist die Wand erstmal schön schwarz gestreift…
Doch oh Wunder: Am nächsten Morgen ist alles wieder trocken. Weil wir zum Aufwärmen keine Platten mögen, bouldert jeder erst einmal durch den Bourinator (8a).
Zur Info: Der Bourinator ist eine der überhängendsten Routen hier, hat einen Dacheinstieg, in der Mitte einen fetten Schüttler und ist oben ausdauernd. Und eher dankbar für Ceüse… Ich kann die Tour im zweiten Go machen, Jonas folgt kurz darauf.
Am Tag darauf nehme ich mir eine 8a+ vor: Dolce Vita im Sektor Berlin. Wenn die 8a’s im zweiten gehen, wird 8a+ auch nicht so schwer sein… hernach weiß man’s besser… Die Tour ist zwar genial, aber extrem bouldrig – und fast 30 Meter lang. Nach dem 4. Go gebe ich auf.
Dafür glückt mir onsight fast eine 7c+, aber halt nur fast; am letzten Haken ist Schluss…
So, erstmal ein Ruhetag am Zeltplatz. Slacklinen, viel essen und schlafen, vor allem der Jonas, der bereits mit den eitrigen Mandeln kämpft.
Am nächsten Klettertag sind wir schon früh dran. Ich kann im 2. Go die “Charte Blance” (8a) machen, eine der besten 8a’s, die ich kenne: Unten Riesenhenkel, dann ein fetter Scüttler, ein schwerer Zug, dann dankbar an guten Auflegern. Länge: ca. 25 Meter. Auch der Jonas gibt alles und – fällt einen Meter vor dem Top. Danach holen ihn die Mandeln ein und er geht hinunter zum Campingplatz.

Jonas am Schüttler der Charte Blanche, unterhalb der Einstieg mit den Henkeln, im Hintergrund der Plattensektor Demi Lune
Der nächste Tag ist schon wieder ein Ruhetag… Wir fahren nach Gap und die zwei Mandelkandidaten gehen zum Arzt. Jonas bekommt Antibiotika und liegt den nächsten Tag noch flach. Ich gehe mit den anderen hoch und kann noch einige mittelschwere Sachen abhaken, dann regnet es. Ich versuch “Le coleur de vent” (8a), die mich durch eine knallharte Leisten-Boulderstelle gnadenlos abwirft. Ich bin fertig! Und es regnet….
Jonas ist wieder fit – wird auch Zeit, ist der vorletzte Tag heute. Wir wollen spulen und klettern super Routen so um 7b. Die Beste: “Blocage Violent” (7b+), die ich onsighten kann.
Am letzen Tag geb ich nochmal alles und ziehe die 7c+ rechts der Charte Blanche, die eigentlich ein Achter ist, jedoch durch einen kranken Dyno nach den ersten 5 Metern zur 7c+ wird.
Was man noch wissen sollte: Die Seile unbedingt oben lassen, einmal Zustieg mit Seil reicht!!! Außerdem: Am Zeltplatz kostet das 500- Gramm-Glas Nutella nur 4 €!!!











