Mann (8-) oder Memme (7-)? MANN!!!
Mann oder Memme? Am letzten Wochenende wollten auch wir es wissen… Das Testpiece “Mann oder Memme” von Tom Hesslinger und Ruth Neumair muss man einfach mal klettern, wenn man im Isarwinkel wohnt. Also stellen wir uns der Herausforderung: Am vergangenen Samstag (Temperaturen in Rekordhöhe sind angesagt; sprich: 30° oder mehr…) kämpfen Stefan und ich uns keuchend in vollen zwei Stunden zur Südwand des Roß- und Buchsteins hinauf. Zum Glück weht oben ein angenehm frischer Wind, so dass wir mit (wieder) kühlem Kopf einsteigen.
In der ersten Seillänge geht’s gemütlich los: Eine superraue 6+ führt uns sicher an den ersten Stand. Von hier aus können wir schon in die zweite und zweitschwerste Seillänge blicken …
Vom Stand aus sieht die zweite Länge aufregend glatt aus – beim Klettern stellt sich jedoch heraus, dass in den Platten riesige Henkel zu finden sind. Nur einmal ist man dazu gezwungen, an einer relativ runden Untergriffschuppe nach rechts zu queren und sich mit kleinen Tritten an dieser Schuppe aufzurichten (=Crux). Danach erreicht man über eine Linksschleife, also nicht direkt über die Haken sondern zirka zwei Meter links davon, den nächsten Stand.
An diesem Punkt gilt es dann, sich zu entscheiden: MANN ODER MEMME??? Wer vom Stand weg die ersten Meter geradeaus klettert (8-), ist ein echter Mann (oder Frau, sorry), wer es freiwillig vorzieht, das Klettererdasein als Memme zu fristen, der kann die Rechtsvariante (7-) wählen. Beide Linien treffen nach ca. 15 Metern wieder zusammen und verlaufen weitere 15 Meter über schöne Platten im 6. Grad zu einem bequemen Standplatz.
Hier noch kurz ein paar Infos zur 8- -Variante:
Die ersten fünf Meter vom Stand weg sind noch identisch mit der 7-. Diese kneift dann über grasige Platten nach rechts aus, wohingegen geradeaus weiter gleich die fünf Meter lange Crux der 8- lauert… Diese leitet durch einen abschreckend kompakten, leicht überhängenden Wandbereich. Man klettert über eine senkrechte Lochreihe (ohne Griffe oder Tritte links oder rechts davon) direkt über die Haken hoch. Die Löcher sind – bis auf das unterste (von dem man clippen kann) – eher abschüssig oder klein (kleine Fingerschlitze). In drei bis vier Zügen ist der Bereich mit den Löchern überwunden, dann gelangt man an einen besseren Griff und schließlich in die Abschlussplatte.
Die 5. und vorletzte Seillänge (6+) verläuft unten über kompakte, senkrechte und trickreiche Wandkletterei und zieht danach schräg nach rechts zum Stand (viele Expressen nötig ->12 Stück).
Die 6. und letzte Seillänge (5+) ist nur 20 Meter lang, bietet nochmals leichte und trotz Vegetation feste Wandkletterei und endet direkt unterhalb des Wegs zum Buchsteingipfel.
Jetzt nichts wie runter zur Hütte, wo schon das Mittagessen wartet. Und weil wir danach noch nicht ganz ausgelastet sind, seilen wir uns noch die “Via Weißbier” (7-) ab – direkt von der Hüttenterrasse, bequemer geht’s nicht! Wo gibt’s das noch außer am Ross- und Buchstein?










servus, wie ist die MoM gesichert? So weitere Abstände wie in Via Weißbier oder dichter wie in zb Sahnestückchen?
Dank für die Info!
Servus Thomas, die MoM ist durchgehend super mit bohrhaken abgesichert, d.h. wie im klettergarten. an den ständen sind IMMER 2 Bohrhaken (eine Lasche und ein Klebering zum Abseilen; absteigen über die hüttn ist aber echt besser). die schweren seillängen, v.a. die schwerste, sind wie in der sahnestückchen abgesichert (die schwersten stellen kann man A0 klettern). keile brauchst du keine, weil auch die leichteren seillängen komplett mit BH abgesichert sind (keile kann man da eh nicht legen…) Wie’s in der Variante zur 8- ausschaut kann ich leider net sagen die bin ich noch nicht geklettert , nur die 8- selber.
Und: Die Hakenabstände in der Via Weißbier sind um einiges länger als in der mom. So lange Abstände wie den einen in der mitte der 1. SL (Via Weißbier) gibts in der Mom höchstens in der 5- Austiegslänge. So, alles klar ?
Viel Spaß
hey, danke dir! das klingt ja gut