Neutour am Colodri – Via Giovanni Segantini (8)

Die “Via Giovanni Segantini”(8) am Colodri in Arco gibts schon seit 2008. Zeit da endlich mal reinzustarten. Erstaunlich, dass neben den ganzen Klassikern am Colodri noch eine so schöne und eigenständige Linie gefunden wurde. Die “Via Giovanni Segantini” zieht parallel zur “Renata Rossi” durch den  glatten  Mittelteil des Colodri.

Im Gegensatz zu den Klassikern gibt es hier kaum Risse oder Verschneidungen, sondern hauptsächlich Platten- und Wandkletterei an kleinen, rauen Griffen. Den ein oder anderen schönen Riss findet man aber doch. Insbesondere in der fünften Seillänge. Stellenweise wird es auch gerne mal ein bisschen überhängend. Der Fels ist zumeist sehr kompakt und rau. Im Mittelteil und Schluss sind einige brüchige Stellen. Diese wurden jedoch mehr oder weniger gut ausgeputzt. Die Absicherung mit Bohrhaken ist sehr gut. Die Abstände erfordern allerdings schon, dass man mal ein bisschen vom Haken wegsteigt.

Kletterer vor uns in den ersten Längen der Sagantini

Im linken Bildteil: 2 Seilschaften in den ersten Längen der Segantini. Die Segantini zieht ziemlich gerade durch die gelben Platten und Überhänge nach oben.

Letztes Wochenende haben der Wostel, der Phillip und ich uns die Route angeschaut. Wir mussten uns ganz schön anstrengen. Die ersten 5 Seillängen sind alle im 8. Grad, das haut rein… Dicke Arme waren Programm beim Kletterteam am Colodri!

Gleich die erste Seillänge ist meiner Meinung nach die mit Abstand Schwerste der ganzen Route. Hier kann man sich unaufgewärmt einen schönen Kaltpump abholen. Der Fels ist hier extrem rau, die Tritte klein und wo es langgeht ist auch nicht immer so ganz offensichtlich. Solange der Five Ten steht und die Leisten gestellt sind geht’s aber voran …

 

 1. Länge

In der 1. Länge (8) darf man gleich mal richtig hinlangen…

1. Länge

Phillip in der ersten Länge (8)

1.

1. Länge (8)

 

1.

1. Länge (8)

Wostel in der 1. Länge

Wostel in der 1. Länge (8)

Die zweite Länge (8-) ist dann etwas dankbarer. Zu Beginn ist die Kletterei relativ einfach. Dann kommt eine anstrengende Stelle an Untergriffen und zum Schluss darf man sich an guten Leisten und Löchern über einen kleinen Überhang ziehen.

2. Länge

2. Länge (8-)

1. Länge

2. Länge(8-)

2. Länge

2. Länge (8-)

 

2.

Der Helm sitzt…

 

2.

2. Länge (8-)

 

2.

2. Länge (8-)

2.

2. Länge (8-)

Die dritte Seillänge beginnt mit einer schönen Platte. Im Topo von Bergsteigen.at steht was von Groundergefahr. Es gibt zwar ein Bändchen, auf das man wenns blöd läuft evtl. fallen könnte, aber davon sollte man sich meiner Meinung nach nicht verunsichern lassen. Die Haken sind nicht übermäßig weit auseinander und die Kletterei ist im Vergleich zu den Stellen vorher relativ einfach.

Am Ende der dritten Länge wird es dann nochmal ein bisschen brachial. Hier muss man schon leicht angepumpt im überhängenden Gelände an kleinen Leisten und Löchern rum schnappen. Der Fels ist top.

4.

3. Länge (8)

4.

3. Länge (8)

4.

3. Länge (8)

4.

Der Wostel werd schee langsam aggressiv ;- )

4. Länge

Phillip  an der Schlüsselstelle der 3. Länge (8)

Etwas entspannter ist die 4. Länge (8-). Hier gehts an guten Griffe über zwei Überhänge hinweg.

4. Länge

4. Länge (8-)

5. Länge

4. Länge (8-)

Die 5. Länge soll dann zwar “nur” noch 7+/8- sein, aber mit den vier 8-er Längen davor in den Armen ist die ganz schön anspruchsvoll. Insbesondere der Start ist ziemlich unübersichtlich. Hier bin ich dann zu weit links in die Pampa geklettert und abgeschmiert. Schade, weil die ersten vier Längen noch auf Anhieb gingen. Der Riss danach ist zwar schön, aber auch nicht geschenkt.

Phillip, nachdem Kampf mit dem Riss in der 5. Länge...

Der Riss in der 5. Länge ist nicht ganz ungefährlich ;- )

Die 6. und 7. Länge sind leichter (7- und 6+/7-) und teilweise etwas brüchig. Die 8. Länge (8-/8) war eine der Schönsten der ganzen Route. Der Fels ist super kompakt. Die letzte Länge (6) ist nichts besonderes mehr. Wir haben aus Versehen die rechte Variante gemacht. Hier gab es wie in den leichten Längen vorher den ein oder anderen losen Stein. Links rum ist es wahrscheinlich besser.

Gipfelbier

Gipfelbier :- )

Fazit: Die “Via Giovanni Segantini” ist wie fast alle Colodri-Routen absolut lohnend. Der Top-Fels in den schwereren Längen entschädigt für die wenigen etwas brüchigen Passagen. Von der harten ersten Länge sollte man sich nicht abschrecken lassen, danach wird es tendenziell leichter.  Trotzdem braucht man schon eine gute Ausdauer um in dieser Route Spaß zu haben…

Ein Topo für die Via Giovanni Segantini  gibts bei Bergsteigen.at

 

 

 

 

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