Bergzeit Kletterteam

Klettern – inspired by nature

Regen!-Val di Mello?-Regen!-Egal!

Was ist da los in den Alpen? Es ist doch Sommer!? Seit Wochen regnet es ununterbrochen.  Da hat sich wohl einiges an “Felsgeilheit” angestaut. Nur so ist es zu erklären, dass der Wostel und ich trotz zweitklassigem Wetterbericht letztes Wochenende  für 4 Tage ins Val di Mello gefahren sind.

Der 1. Tag

Ankunft im nassen Val di Mello

Super Piaz-Riss!

Bei der sechsstündigen Fahrt stellt sich dann allerdings eine gewisse Ernüchterung ein: Je näher wir dem Ziel kommen, desto stärker regnet es. Doch nach einigem Gefluche und traurigem Rumgeschaue hört der Regen auf und die Sonne kommt hervor. Wir können  im Klettergarten einige schnell trocknende Platten klettern und einen perfekten Riss – gut zum Üben, im Granit führen die natürlichen Linien ja fast nur über Risse und wir haben noch einige anspruchsvolle Sachen vor. Allerdings ist das Rissklettern für uns Voralpenmenschen ziemlich “zach”, besonders das Klemmen. Deswegen erkennen wir schnell, dass Piazen das einzig Wahre ist.

Der 2. Tag

Es regnet nicht mehr- jawohl! Aber in den großen Wänden ist noch einiges nass. Wir machen also erstmal was Leichteres: Il resiviglio di Kundalini, 6a+, 10 SL, 400m. Sie wird im Führer als wunderschöne, elegante und logische Linie beschrieben und ist größtenteils selbst abzusichern. Dass die Tour dann so patschnass ist, dass man teilweise wirklich im Wasserfall steht und einem dass Wasser bis zu den Ellenbogen runter läuft, hätte da noch keiner von uns gedacht.

Wostel im genialen+trockenen Riss der 3. Seillänge; Wer hat da die ganzen Friends versenkt?

Ich im Nachstieg; wäre ich viel lieber vorgestiegen....

Querung unter dem Überhang über nasse Platten

Folglich war das Ganze dann auch nur noch begrenzt spaßig, denn nasse Reibungsplatten mit spärlicher Absicherung hinauf zu kriechen, kann wohl nur jene begeistern, die als Kind zu heiß gebadet wurden.

Am Abend treffen wir drei Engländer und einen Schweizer. Sie sind schon seit einer Woche da und erzählen, dass es seitdem fast nur geregnet hat. Arme Kerle. Trotzdem wird es dann noch ganz lustig; Wir zeigen ihnen how the German beer tastes (-;

Abendessen im Regen

3. Tag

Nach unsrigen gestrigen “Wasserspielchen” ist uns heute die Lust auf Alpinklettern erstmal vergangen. Wir gehen Bouldern und können einige sehr schöne Blöcke niederreißen!

The King of the Rocks

Super Boulder!

Jetzt freut er sich noch, doch er denkt noch nicht daran, dass er wieder runter muss

4. Tag

nass+kalt=heim

Heimfahrt im Schneesturm

Die Bilder sprechen für sich. Die Heimfahrt gestaltet sich dann allerdings schwieriger als gedacht: Der Bernina-Pass ist gesperrt. Wegen Schneesturm. Also erstmal geflucht und dann Richtung Bozen und Brenner weitergefahren. Was für ein Umweg! Am Mendel-Pass oben angekommen, erzählen uns die Südtiroler, dass dieser heute auch gesperrt ist. Wegen eines Oldtimer-Treffens! Toll! Also wieder runter gefahren und den nächsten Pass rauf. Der war ganz schön schneereich. Im Juni?! Vorm Brenner sind wir dann nochmal 6 km im Stau gestanden. Gesamt 8 h Fahrt.

Wir haben also ziemlich viel von Italiens Straßen gesehen und sind um ein paar Erfahrungen in Sachen Regen und Klettern reicher. Trotzdem war es ein ziemlich “griabiger” Urlaub, der die Anstrengungen auf jeden Fall Wert war.

Basics Val di Mello:

Lage: ca. 50 km östl. des Komersees

Führer: “Nichts als Granit” von Mario Sertori und Guido Lisignoli

Fahrtzeit von Tölz: ca. 5h

Gestein: Granit (Auch europäisches Yosemite genannt)

Disziplinen: Sportklettern (wenig), Bouldern (sehr viel+ sehr gut), alpine Sportkletterrouten (viele, 6a aufwärts), alpine Kletterrouten (sehr viele, anspruchsvoll)

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2 Kommentare

  1. Der Beweis:
    Bouldern is besser als Alpin!

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  1. Flucht vorm Regen in die Grüne Hölle | Bergzeit Kletterteam

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