Silver Surfer (8b+) in Achleiten
Wir sind Helden!
Dass Eigenlob stinkt, weiß ich natürlich, doch die Entscheidung, trotz einem halben Meter Neuschnee nach Achleiten zu fahren bzw. zu gehen (werdet sehen, was ich meine), kann man doch durchaus als heldenhaft bezeichnen. Wer’s nicht glaubt, soll einfach die nächsten Zeilen lesen.
Erste Heldentat:
Die kleine, einspurige Straße, die durch steilen Bergwald zum Parkplatz führt, ist nicht geräumt… Wir haben keine Schneeketten und kommen im Schritttempo langsam, aber unsicher voran. Dann, nach wenigen hundert Metern: Stefans Skoda dreht durch (bzw. dessen Reifen). Nur ein entschlossenes Ziehen der Handbremse rettet uns davor, den Hang hinunterzurollen… Flucht nach hinten! Stefan manövriert den rutschenden Wagen in eine Ausweiche; wir kommen endlich zum Stehen! Das nächste Problem: Wir müssen bis zum Parkplatz zu Fuß gehen (sprich eine knappe Stunde auf glatter Straße)! Und dann noch der reguläre Anstieg zur Wand (sprich eine halbe Stunde im Schnee spuren). Nach viel zu langer Zeit sind wir endlich on the rocks! Keiner außer uns ist da; komisch…
Zweite Heldentat:
Mit kalten Finger beginnen wir am Panoramawandl (der Name sagt alles), dem neuesten Sektor, uns “warm”zuklettern. Die Route “Notausgang” (7a+) lässt unsere Greifer aber dann doch auftauen. Stefan klagt über “Übelkeit und Schwindel von der Kälte”; ich kann ihn nur zu gut verstehen! Zum Glück kommt langsam die Sonne hinter den Wolken vor!
Ich stürze mich in mein Projekt “Silver surfer”(8b+). Diese Route wurde 2008 von Guido Unterwurzacher erstbegangen und ist einach nur ein “fetzengeiles Teil” (O-Ton Guido). (Zu) rauher Fels und eine fotogene Linienführung zeichnen diese klasse Linie aus. Leicht überhängend und mit abwechslungsreichen Bewegungen versehen, ist sie genau mein Ding. Noch mit warmen Fingern starte ich den ersten Versuch: Der sehr schwierige Einstiegsboulder, abgerundet durch einen kleinen Sprung, gelingt mir souverän. Ein kurzes Rasten an zwei mittelguten Griffen und ich bin bereit für die letzten schweren Meter. Mit etwas Kampfgebrüll (Do it like Sharma!) schaffe ich auch den athletischen und dynamisch zu kletternden Ausstieg und starte durch bis zum Umlenker. Das Übliche folgt: Freudenschrei, Ablassen voller Euphorie und Glückwunsch von Stefan. Ein Projekt weniger!!! Den Rest des Tages verbringen wir damit, weitere Routen auszuchecken – ganz ohne Stress. Die Ausdauerroute “Rocketman” (8b+) hat’s mir angetan, so dass ich noch einen – leider vergeblichen – Durchstiegsversuch wage. Zum Ausklettern noch den “Kleinen Vampir” (6c+). Dieses war der zweite Streich, doch der letzte kommt sogleich…
Dritte Heldentat:
Nach dem Abstieg zum Parkplatz (wo ja leider noch nicht das Auto stand) sollte der schwierigste Teil des Tages folgen: den Kaiserschmarrn im Gasthaus Achleiten (sehr gemütlich , gutes Essen und nette Wirtsleute!) ganz aufzuessen.
Ich kann nur jedem empfehlen, nach dem Klettern hier einzukehren; der Kaiserschmarrn ist echt Weltklasse! Da war der Abstieg zum Auto nur noch halb so wild… Danke Stefan für’s Sichern und die Tausende Kilometer, die du uns schon zum Klettern gefahren hast!!!




noch einer, die ham echt Zeit ohne Ende!!!